Kooperativen für einen verbesserten Ressourcenschutz

Anne Jäger

Masterstudentin am ISATEC (International Studies in Aquatic Tropical Ecology) der Universität Bremen, Fachbereich 2 - Biologie/Chemie
www.isatec.uni-bremen.de/en/isatec 

in Verbindung mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)
www.zmt-bremen.de

sowie dem Centro Agronómico Tropical de Investigación y Enseñanza (CATIE), Cartago, Costa Rica

Die Pazifikküste Costa Ricas ist ein Hotspot an Produktivität und Artenreichtum. Die fischreichen Gewässer bilden die Ernährungs- und Einkommensgrundlage zahlreicher Fischer, die mit traditionellen Fangmethoden entlang der Küste ihrem Beruf nachgehen.

Im Golf von Nicoya, einem stark befischten Gebiet, wo Überfischung bereits in den 1980er Jahren zu drastischen Rückgängen der Fischbestände führte, schlossen sich einige Fischer zu Kooperativen zusammen. Mit dem Ziel, die lebensnotwendigen Ressourcen zu schützen und nachhaltig zu nutzen, wurden Meeresschutzgebiete, sogenannte Áreas Marinas de Pesca Responsable (AMPR), eingerichtet. Diese werden von den Kooperativen, Regierungsinstitutionen und Nichtregierungsorganisationen gemeinsam verwaltet.

Als frei zugängliche, aber auch limitierte Ressource ist Fisch prädestiniert dazu, von vielen genutzt und übernutzt zu werden. Die Überfischung der Weltmeere unterscheidet sich daher prinzipiell nicht von anderen Umweltproblemen wie die Verschmutzung der Atmosphäre und die damit einhergehenden Klimaveränderungen. Luft und Fischbestände sind natürliche Ressourcen, die als Allgemeingut (Allmende) verstanden werden und deren Nutzung auf verschiedenste Weise reguliert wird (z.B. Fangbeschränkungen, Emissionshandel). Daher ist die sogenannte Allmendeproblematik ein Kernthema im regionalen und globalen Umwelt- und Ressourcenschutz.

Kollektives Verwalten und Nutzen von Ressourcen wurde schon häufig als ein Weg aufgezeigt, einer Übernutzung zu entgehen. Aber stimmt das auch?

Die Erforschung der Fischerkooperativen im Golf von Nicoya ist insofern von weitreichender Bedeutung, da die Ergebnisse zur Diskussion um die Entstehung von kollektivem Handeln und seiner Rolle beim Umwelt- und Ressourcenschutz im Allgemeinen beitragen würden. Anne Jäger geht bei ihrem Forschungsaufenthalt diesen sozio-ökologischen Fragestellungen nach. Darüber hinaus will sie ihre Ergebnisse den Fischern zukommen zu lassen und die Kooperativen auf diese Weise zu unterstützen.

Anne Jäger ist davon überzeugt, dass die gemeinschaftliche Verwaltung und Nutzung von Ressourcen im Golf von Nicoya eine zukunftsweisende Möglichkeit ist, sowohl sozio-ökonomische als auch ökologische Nachhaltigkeit zu fördern. Es besteht die Aussicht, dass sich daraus auch Hinweise auf eine nachhaltige Ressourcennutzung in anderen Weltregionen ergeben. Die KELLNER & STOLL - STIFTUNG fördert den Forschungsaufenthalt aus diesen Gründen mit 1.500 Euro.