Korallenmonitoring in Hurghada
Die Riffe des nördlichen Roten Meeres besitzen eine weltweit außergewöhnliche thermische Toleranz und gelten als potenzielle Refugien unter fortschreitendem Klimawandel. Gleichzeitig sind insbesondere die küstennahen Riffe rund um Hurghada erheblichen lokalen Belastungen ausgesetzt, darunter intensiver Tourismus, Küstenbebauung, Nährstoffeinträge sowie mechanische Schäden durch Ankern und Tauchtourismus. Die Stiftung fördert das Projekt mit 1.300 Euro.
Antragstellerin
Noha Abd Elqader
Bachelorstudentin an der Universität Bremen
im Bereich Meeresbiologie
Projektbeschreibung
Die Korallen könnten wegen ihrer Hitzetoleranz als Refugien in Zeiten des Klimawandels dienen. Allerdings sind sie bislang wenig und vor allem nicht systematisch und langfristig untersucht. Es fehlt auch an Erkenntnissen über durch den Klimawandel bedingte Einflüsse, die zu Korallenbleichen führen, und anderen anthropogen verursachten Schädigungen, die durch Tourismus, Nährstoffeinträge, Bebauung etc. entstehen.
In dem Projekt geht es nun darum, ein Monitoringsystem aufzubauen, das langfristig trägt, nicht invasiv ist und vor allem auch von der Kostenseite überzeugt, damit es vor Ort von NGOs, Tauchbasen oder Schutzgebietsverwaltungen erfolgreich weitergeführt werden kann.
Durch die kombinierte Erfassung benthischer Gemeinschaften, des Bleichezustands von Korallen, der Struktur riffassoziierter und pelagischer Fischgemeinschaften sowie relevanter Umweltparameter sollen räumliche und zeitliche Veränderungen der Riffgesundheit hochauflösend dokumentiert werden. Die zusätzliche Berücksichtigung pelagischer Arten ermöglicht eine umfassendere Bewertung der Fischbestände und ihrer ökologischen Verknüpfung zwischen Riff- und Freiwasserbereichen.
Das Vorhaben leistet einen direkten Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, indem es belastbare wissenschaftliche Grundlagen für den Erhalt und das nachhaltige Management von Korallenriffen im Roten Meer schafft. Durch das langfristige Monitoring können frühe Anzeichen ökologischer Degradation erkannt werden, was eine rechtzeitige Anpassung von Schutz- und Managementmaßnahmen ermöglicht.
Im Hinblick auf den Klimawandel liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse zur Anpassungsfähigkeit thermotoleranter Korallenriffe gegenüber steigenden Meerestemperaturen. Die Kombination aus biologischen Indikatoren, Fischgemeinschaftsdaten — einschließlich pelagischer Arten — und Umweltparametern erlaubt eine differenzierte Bewertung klimabedingter Stressoren und lokaler Belastungen. Die Einbeziehung pelagischer Fischarten erweitert die ökologische Aussagekraft des Monitorings, da Veränderungen in deren Populationsdichte Hinweise auf übergeordnete trophische Prozesse, Nahrungsverfügbarkeit und den allgemeinen Zustand des Ökosystems liefern. Dies unterstützt ein ganzheitliches Verständnis der Tierökologie und stärkt die wissenschaftliche Grundlage für nachhaltige Fischerei- und Schutzkonzepte.
